
Uli Happe ist Künstler und Filmemacher. Seit den 1980er und 90er Jahren dokumentiert er den subkulturellen und städtischen Wandel Berlins.
Uli hält eine ganz besondere Zeit fest: Künstlergruppen wie die Mutoid Waste Company, Engländer auf der Flucht vor Thatcher, die am Görlitzer Bahnhof Schrott zu hydraulischen Ungeheuern verschweißen. Uli steht mittendrin in dieser Mad-Max-artigen Performance, die Kamera auf der Schulter, zwischen fliegendem, brennendem Metall.
Dann das Tacheles. Räumungen. Polizistenhände, die sich vor das Objektiv schieben. Ein Alexanderplatz, der noch nicht weiß, dass er einmal saniert wird. Und sonntags um sechs Uhr früh fährt er mit der Kamera auf dem Autodach durch die leere Stadt. Keine Menschen, keine Autos, nur Berlin.
Nur wenige verstanden damals, was er da machte. Er hielt einen Ist-Zustand der Stadt fest: ein riesiges Videoarchiv des Nachwende-Berlins, eines der ganz wenigen Dokumente dieser Zeit, die heute noch existieren. Damals war das alles noch keine Geschichte. Zur Geschichte wird es meist erst, wenn es zu spät ist, weil niemand die Kamera anhatte. Uli hatte sie an.
Du warst nicht dabei? Macht nichts. Er schon.